Makrofotografie

 

Eines der Spezialgebiete der Fotografiekunst, von dem man, wie es Insider behaupten nicht mehr loskommt ist das Eintauchen in eine Welt, die eigentlich nur dank der Fotografie existiert. Denn die Aufnahmetechnik lässt Kleines riesig werden, und durch die der Makrofotografie eigene Sichtweise einzigartig. Man findet selbst im Haushalt lohnenswerte Objekte, die mit Phantasie arrangiert werden können und ausserdem ist das Ganze wettersicher. Makrofotografie im Freien funktioniert nicht wirklich. Der Hauptgrund ist nicht mal eine Schlechtwetterfront, sondern die Tatsache, dass draussen immer Wind herrscht. Immer? Immer! Wenn Sie versuchen, Rosenblätter im Vorgarten in die Optik zu bekommen erkennen Sie verzweifelt, wie stark sich die lächerlichsten Windbewegungen auf die Rose auswirken. Deshalb werden die meisten wirklich hervorragenden Naturbilder im Studio gemacht, um so wenigstens die Windkomponente auszuschalten. Regentropfen sind auch aus der Sprühflasche attraktiv!



LibelleFür Makrofotografien lohnt sich ein Objektiv, das die Bezeichnung Makro trägt. Dies ist jedoch kein Fixwert wie Watt oder Kilogramm. Ein Makroobjektiv sollte wenigstens den Abbildungsmassstab von 1:2 besitzen, noch besser ist 1:1. Was heisst jetzt das schon wieder?


Dieser Wert lässt erahnen, wie gross unsere Ameise oder das Zifferblatt der Armbanduhr auf den Bildsensor gelangt. Beim 1:2 - Wert wird das Objekt in halber, bei 1:1 In der gleichen vollen Grösse auf dem Bildsensor erfasst. (Diejenigen, die den Dreamworks-Movie "The Croods" gesehen haben, erinnern sich bestimmt an die Fotografieszene. Die Klarheit, das 1:1 Phänomen darzustellen übertrifft alles bisher gesehene zu diesem Thema und treibt mir heute noch die Tränen der Rührung in die Augen: Um sich ein Erinnerungsbild zu machen, notabene mit Selbstauslöser, liess sich die Steinzeitfamilie von einer Granitplatte erschlagen und erhielt damit einen perfekten 1:1 - Abdruck. Besser könnte man sich die Makroabbildung nicht vorstellen...)


Eine besondere Herausforderung bei der Makrofotografie ist die Schärfentiefe. Bei Teleobjektiven und offener Blende ist diese bereits gering. Im Makrobereich wird das ganze noch extremer, die Details, die wirklich scharf abgebildet werden sind meist wenige, die Mehrheit der Bildfläche liegt in faszinierender Unschärfe.

© Michael Rippas